Einkommen

Main Street Capital (MAIN): Monatliche Dividende für Schweizer Anleger – lohnt sich der Kauf?


Jeden Monat Geld auf dem Konto – Traum oder Realität?

Viele Menschen in der Schweiz träumen von passivem Einkommen: Geld, das regelmässig fliesst, ohne dass man aktiv arbeiten muss. Wer sich mit dem Thema Dividendeninvestments beschäftigt, stösst früher oder später auf eine Aktie, die tatsächlich jeden Monat eine Ausschüttung bezahlt: Main Street Capital, gehandelt an der New Yorker Börse unter dem Kürzel MAIN.

Das klingt verlockend – aber ist es das auch? Und für wen eignet sich ein solches Investment überhaupt?

Dieser Artikel erklärt, was hinter Main Street Capital steckt, wie das Unternehmen funktioniert, was die Aktie heute wert ist – und was Anleger aus der Schweiz konkret wissen müssen, bevor sie investieren.

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Was ist Main Street Capital überhaupt?

Main Street Capital ist kein klassisches Unternehmen, das Produkte herstellt oder Dienstleistungen verkauft. Es handelt sich um eine sogenannte Business Development Company (BDC) – eine regulierte US-Investmentgesellschaft mit Sitz in Houston, Texas.

Was macht ein BDC?

Ein BDC verleiht Kapital an kleinere und mittlere Unternehmen, die keinen einfachen Zugang zu Bankkrediten oder dem Kapitalmarkt haben. Main Street Capital konzentriert sich dabei auf den sogenannten Lower Middle Market – Firmen mit einem Jahresumsatz zwischen rund CHF 10 Millionen und CHF 150 Millionen (EUR 10–130 Mio.).

Das Besondere: MAIN gibt diesen Unternehmen nicht nur Kredit, sondern nimmt oft auch Eigenkapitalbeteiligungen. Das Unternehmen verdient also sowohl an Zinsen als auch an der Wertsteigerung von Firmenanteilen.

Vereinfacht gesagt: Main Street Capital funktioniert wie eine Mischung aus einer Privatbank und einem Private-Equity-Fonds – zugänglich für normale Anleger über die Börse.

Der entscheidende Vorteil: Interne Verwaltung

Was MAIN von den meisten Konkurrenten unterscheidet, ist die interne Verwaltungsstruktur. Die Mehrheit ähnlicher Gesellschaften bezahlt externe Manager Gebühren von 1.5 bis 2 Prozent des verwalteten Vermögens – zusätzlich zu Erfolgsprämien. Diese Kosten gehen direkt zulasten der Anleger.

Main Street Capital verwaltet sich selbst. Die Betriebskosten liegen bei nur 1.3 Prozent des Gesamtvermögens – ein klarer Wettbewerbsvorteil, der sich langfristig in höheren Ausschüttungen für Aktionäre niederschlägt.


Die Zahlen im Überblick (Stand Mai 2026)

Bevor man in eine Aktie investiert, lohnt sich ein nüchterner Blick auf die Fundamentaldaten. Hier die wichtigsten Kennzahlen:

KennzahlWert (USD)Wert (CHF)
Aktienkurs (Mai 2026)~USD 51.00~CHF 40.15
Buchwert je Aktie (NAV)USD 33.46CHF 26.33
Preis / Buchwert (P/NAV)1.52x
Reguläre JahresdividendeUSD 3.12CHF 2.46
Dividendenrendite (regulär)~6.1 %
Gesamtdividende inkl. Sonder-Ausschüttungen~USD 4.30~CHF 3.38
Gesamtrendite (Dividende)~8.4 %
Eigenkapitalrendite (ROE) 202419.4 %
Verschuldungsgrad (Debt/Equity)0.74x

Wechselkurs: 1 USD = CHF 0.787 (Stand 21. Mai 2026)


Warum zahlt Main Street Capital jeden Monat Dividende?

Als BDC ist Main Street Capital gesetzlich verpflichtet, mindestens 90 Prozent seines steuerpflichtigen Einkommens an die Aktionäre auszuschütten. Dafür zahlt das Unternehmen selbst kaum Körperschaftssteuer – die Steuerlast wird an die Anleger weitergegeben.

Das Ergebnis: Monatliche Dividendenzahlungen, die für Anleger einen regelmässigen Einkommensstrom erzeugen.

Seit dem Börsengang 2007 hat MAIN die reguläre monatliche Dividende nie gesenkt – und sie kontinuierlich erhöht. 2024 betrug die reguläre Dividende USD 2.91 je Aktie (+6.0 % gegenüber dem Vorjahr). Zusätzlich wurden Sonderdividenden von USD 1.20 je Aktie ausgeschüttet – total USD 4.11, ein historischer Rekord.

Für 2026 wurden die regulären Monatsdividenden bereits auf USD 0.26 pro Monat erhöht (+4.0 % gegenüber dem Vorjahr).


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Wie sicher ist die Dividende?

Eine häufige Frage. Die Antwort liegt in der sogenannten Deckungsquote: Wie viel verdient das Unternehmen im Verhältnis zur Dividende?

MAIN verdient auf Jahresbasis rund USD 4.36 je Aktie (Distributable Net Investment Income, DNII) – bei einer regulären Dividende von USD 3.12. Das ergibt eine Deckungsquote von 1.4x – das Unternehmen verdient also 40 Prozent mehr, als es regulär ausschüttet. Diese Reserve dient als Puffer und ermöglicht zusätzlich die Sonderdividenden.


Stärken von Main Street Capital

Wer über eine Investition nachdenkt, sollte die konkreten Vorteile kennen:

  • Monatliche Dividende – ideal für Anleger, die ein regelmässiges passives Einkommen aufbauen möchten
  • Dividende seit 2007 nie gesenkt – beeindruckende Stabilität über Finanzkrise und COVID-19
  • Interne Verwaltung – strukturell niedrigere Kosten als alle Konkurrenten
  • Konservative Bilanz – Verschuldung von 0.74x, weit unter dem gesetzlichen Maximum von 2.0x
  • Investment-Grade-Rating (BBB) – einer der wenigen BDCs mit diesem Bonitätsstempel
  • Starke Eigenkapitalrendite – ROE von 17–20 %, überdurchschnittlich für diese Unternehmensform
  • Rekord-Buchwert – 14 aufeinanderfolgende Quartale mit steigendem NAV je Aktie

Ich kaufe Main Street Capital regelmässig nach, sofern der Preis stimmt und es Rücksetzer gibt. Dies erledige ich mit der App von Swissquote mit ein paar wenigen Klicks.


Risiken und was Anleger realistisch einplanen sollten

Kein Investment ohne Risiken. Wer transparent informiert werden möchte, muss diese kennen:

1. Zinsrisiko

MAIN profitiert von einem hohen Zinsniveau, weil die Portfoliounternehmen variable Zinsen bezahlen. Wenn die US-Notenbank (Fed) die Zinsen senkt, sinkt auch das Einkommen von MAIN – und damit die Dividende. Diesen Effekt sieht man bereits: Das DNII je Aktie ist von USD 1.07 (Q1 2025) auf USD 1.04 (Q1 2026) leicht gesunken.

2. Bewertungsrisiko (Premium)

MAIN handelt aktuell zu einem Aufschlag von rund 52 Prozent über dem Buchwert (P/NAV = 1.52x). Dieser Aufschlag ist historisch begründet – aber nicht garantiert. In einer Korrektur könnte die Aktie auf oder unter den Buchwert fallen. Das bedeutet: Ein Preisrückgang auf CHF 26.33 (EUR 28.78) wäre in einem extremen Szenario denkbar, auch wenn das Unternehmen selbst solide bliebe.

3. Kreditqualität

MAIN verleiht Geld an kleinere Unternehmen – diese sind in einer Rezession anfälliger. Eine steigende Zahl von Kreditausfällen (Non-Accruals) würde den Buchwert drücken. Aktuell liegen Non-Accruals bei 1.2 % des Portfoliowerts – ein akzeptables Niveau, das beobachtet werden sollte.

4. Währungsrisiko für Schweizer Anleger

Das ist ein oft unterschätzter Punkt: Die Aktie notiert in US-Dollar. Der Schweizer Franken hat gegenüber dem USD in den letzten 12 Monaten rund 5 Prozent an Wert gewonnen. Eine Dividende von 8 % in USD kann durch Währungsverluste teilweise aufgefressen werden. Langfristig gleicht sich das aus – kurzfristig ist es ein echter Faktor.

5. Quellensteuer USA

Als Schweizer Anleger zahlt man auf US-Dividenden eine US-Quellensteuer von 15 % (dank Doppelbesteuerungsabkommen). Diese kann in der Schweizer Steuererklärung angerechnet werden – reduziert aber den Nettoertrag. Ein konkretes Beispiel: Von einer Bruttorendite von 8.4 % bleiben nach Quellensteuer etwa 7.1 % – vor der Schweizer Einkommenssteuer.

Tipp für Schweizer Anleger und Swissquote-Kunden: „Swissquote Steuerauszug: Der ultimative Guide für deine Schweizer Steuererklärung


Ist die Aktie heute fair bewertet?

Das ist die entscheidende Frage für jeden Investor. Hier eine nüchterne Einschätzung:

Drei Bewertungsszenarien

SzenarioFairer Kurs (USD)CHF(EUR)
Konservativ (P/NAV 1.35x)USD 45.20CHF 35.57(EUR 38.87)
Realistisch (P/NAV 1.55x)USD 52.00CHF 40.92(EUR 44.73)
Optimistisch (P/NAV 1.80x)USD 60.20CHF 47.38(EUR 51.79)

Beim aktuellen Kurs von etwa CHF 40.15 (EUR 43.89) liegt die Aktie im realistischen Fair-Value-Bereich. Das ist positiv – aber es gibt keine grosse Sicherheitsmarge für einen Neueinstieg.

Meine Einschätzung: Wer bereits investiert ist, kann entspannt halten. Wer neu einsteigen möchte, sollte idealerweise auf Kurse unter CHF 38 (EUR 41.50) warten – das entspricht einem leichten Discount gegenüber dem fairen Wert und gibt etwas Puffer nach unten.


Praxis: Was müssen Schweizer Anleger konkret wissen?

Wo kann man MAIN kaufen?

Main Street Capital ist an der New York Stock Exchange (NYSE) kotiert. Über die meisten Schweizer Online-Broker kann man die Aktie kaufen: Swissquote, Interactive Brokers, Degiro und andere. Wichtig: Es fallen Transaktionsgebühren und Wechselkurskosten an, da die Aktie in USD gehandelt wird.

Tipp: Wer mit dem Investieren beginnen möchte, kann ein Depot bei Swissquote eröffnen. Mit dem Empfehlungscode MKT_FOXINVESTCHF erhältst du als Einwohner der Schweiz CHF 100 Trading Credits auf dein neues Swissquote-Konto – ein solider Start ohne zusätzliche Kosten.

Wie viel Kapital brauche ich?

Bei einem Kurs von rund CHF 40 pro Aktie kann man bereits mit kleinen Beträgen einsteigen. Wer zum Beispiel CHF 5’000 investiert, kauft rund 125 Aktien – und erhält damit eine monatliche Dividende von ca. CHF 25–36 brutto (je nach Wechselkurs und Sonderdividenden).

Das ist kein «Rundum-sorglos-Paket» – aber ein solider Baustein in einem diversifizierten Dividendenportfolio.

Checkliste: Ist MAIN das Richtige für mich?

Bevor du investierst, beantworte diese Fragen ehrlich:

  • [ ] Habe ich einen Anlagehorizont von mindestens 5–10 Jahren?
  • [ ] Kann ich mit Kursschwankungen von 20–30 % umgehen, ohne in Panik zu verkaufen?
  • [ ] Verstehe ich, dass Dividenden in USD ausgezahlt werden und ein Währungsrisiko besteht?
  • [ ] Bin ich bereit, US-Dividenden in der Steuererklärung anzugeben?
  • [ ] Investiere ich maximal 5–10 % meines Aktienportfolios in Einzeltitel wie MAIN?
  • [ ] Habe ich bereits eine breit diversifizierte Basis (z.B. ETFs auf den MSCI World)?

Wenn du die meisten Punkte mit Ja beantworten kannst, ist MAIN ein seriös prüfenswerter Kandidat für den Dividendenteil deines Portfolios.


Typische Fehler beim Kauf von Dividendenaktien

Gerade Einsteiger machen bei Dividendeninvestments immer wieder dieselben Fehler:

Fehler 1: Die höchste Dividendenrendite kaufen. Eine Rendite von 15 % klingt toll – ist aber oft ein Warnsignal. Hohe Dividendenrenditen entstehen häufig, weil der Kurs stark gefallen ist (= Probleme im Unternehmen). MAIN hat eine nachhaltige Rendite von 6–8 %, gestützt durch echte Gewinne.

Fehler 2: MAIN als Ersatz für ein ETF-Portfolio betrachten MAIN ist ein Einzeltitel und sollte nie das Kernportfolio ersetzen. Ein MSCI-World-ETF bleibt die solidere Grundlage für den langfristigen Vermögensaufbau.

Fehler 3: Die Quellensteuer vergessen Wer die US-Quellensteuer nicht in seiner Steuererklärung zurückfordert, verschenkt bares Geld. In der Schweiz ist das über das DA-1-Formular möglich – Steuersoftware wie TaxMe oder die kantonalen Steuerprogramme unterstützen das. Bei Swissquote kannst Du jeweils die Steuerunterlagen in elektronischer Form bestellen. Damit sparst Du Zeit, Nerven und vergisst keinen Titel.

Fehler 4: Zu viel auf einmal investieren Lieber in mehreren Tranchen kaufen («Cost Averaging») als alles auf einmal – das reduziert das Risiko, zum Höchstkurs einzusteigen.


Fazit: Eine solide Dividendenaktie – kein Wundermittel

Main Street Capital ist kein Geheimtipp und auch kein risikoloses Instrument. Es ist ein gut geführtes, konservativ finanziertes Unternehmen mit einem nachweislich stabilen Dividendentrack-Record – und damit einer der wenigen Einzeltitel, die für einen diversifizierten Dividendenanleger tatsächlich interessant sein können.

Die monatlichen Ausschüttungen, das intern verwaltete Modell und die disziplinierte Bilanzführung heben MAIN von der Konkurrenz ab. Gleichzeitig ist die Aktie zum aktuellen Kurs von rund CHF 40.15 (EUR 43.89) fair – nicht billig.

Wer MAIN kauft, sollte:

  • Einen langen Atem mitbringen (5+ Jahre)
  • Das Währungsrisiko akzeptieren
  • Die Steuerfolgen im Griff haben
  • Die Aktie als Ergänzung, nicht als Kern seines Portfolios betrachten

Wer diese Punkte bejaht, bekommt mit MAIN einen stabilen Dividendenzahler, der seit fast 20 Jahren liefert – Monat für Monat.


Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschliesslich zur Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden, einschliesslich des Verlusts des eingesetzten Kapitals. Bitte konsultiere vor einer Anlageentscheidung einen unabhängigen Finanzberater.


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