AnalysenETF (Exchange Traded Fund)Säule 3A

ETF-Anlegerstudie Schweiz 2025: Wie Herr und Frau Schweizer heute ihr Vermögen aufbauen

Die neue HSLU-Studie zeigt: ETFs sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Doch während die Nutzung steigt, bleiben viele Wissenslücken bestehen. Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse der ETF-Anlegerstudie Schweiz 2025 zusammen und zeigen dir, wie du dieses Wissen für deine finanzielle Freiheit nutzt.



Die Demokratisierung der Geldanlage

Früher war der Zugang zu den globalen Finanzmärkten oft denjenigen vorbehalten, die entweder über grosses Vermögen oder tiefes Fachwissen verfügten. Hohe Gebühren und komplexe Produkte der Hausbanken schreckten viele ab. Doch die Zeiten haben sich geändert.

Die aktuelle ETF-Anlegerstudie Schweiz 2025, herausgegeben von der Hochschule Luzern (HSLU) in Zusammenarbeit mit BlackRock und Swissquote, macht eines deutlich: Exchange Traded Funds (ETFs) sind das Werkzeug der Wahl für den modernen Schweizer Investor geworden. Ob für die Altersvorsorge, den Aufbau eines passiven Einkommens oder das Sparen für die Kinder – das passive Investieren in der Schweiz boomt.

Warum ist das gerade jetzt so relevant? In Zeiten, in denen die Inflation (auch wenn sie in der Schweiz vergleichsweise moderat bleibt) die Kaufkraft des Ersparten auf dem Sparkonto schleichend auffrisst, suchen immer mehr Menschen nach Rendite. Die Studie liefert uns einen tiefen Einblick in das Verhalten von über 1’000 befragten Personen und zeigt Trends auf, die auch deine Anlagestrategie beeinflussen sollten.


Die Kernergebnisse der ETF-Anlegerstudie Schweiz 2025

Der Siegeszug des passiven Investierens

ETFs haben sich in der Schweiz als Massenprodukt etabliert. Laut der Studie nutzen bereits ein grosser Teil der Schweizer Privatanleger diese kostengünstigen Indexfonds. Der Hauptgrund? Die unschlagbare Kombination aus Transparenz, Liquidität und tiefen Kosten.

Wichtigste Statistik: Historisch gesehen erzielten Aktienmärkte in Industrieländern langfristig reale Renditen von etwa 5–7% pro Jahr. Die Schweizer Anleger scheinen dies verstanden zu haben und flüchten zunehmend aus teuren, aktiv verwalteten Fonds hin zu ETFs.

Motivation: Warum investieren wir?

Die Studie identifiziert klare Motive für den Kauf von ETFs:

  1. Langfristiger Vermögensaufbau: Das Ziel ist klar – Kapital für die Zukunft sichern.
  2. Altersvorsorge (Säule 3a): Immer mehr Schweizer nutzen ETF-basierte Lösungen für ihre private Vorsorge, um die mageren Zinsen herkömmlicher Vorsorgekonten zu umgehen.
  3. Kosteneffizienz: Im Vergleich zu aktiv verwalteten Fonds, die oft 1.5% bis 2% Gebühren pro Jahr kosten, liegen ETFs meist bei unter 0.2% bis 0.5%.

Beliebte Anlageklassen: Aktien bleiben King

Die Mehrheit der Schweizer Anleger setzt auf Aktien-ETFs. Dabei stehen geografisch diversifizierte Portfolios (z.B. auf den MSCI World oder den SPI) im Fokus. Aber auch Gold-ETFs und Anleihen-ETFs gewinnen als Stabilisatoren in volatilen Zeiten wieder an Bedeutung.

Als dein Finanzfuchs weise ich hier gerne auf eine besondere Nische hin: Dividenden-Aristokraten und -Könige. Die Studie zeigt, dass regelmässige Ausschüttungen für viele Schweizer ein wichtiges Kriterium sind. Unternehmen, die seit über 25 Jahren (Aristokraten) oder gar 50 Jahren (Könige) ihre Dividende stetig steigern, bieten eine psychologische Stütze in Bärenmärkten und bilden die Basis für ein echtes passives Einkommen.


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Typische Fehler und die Wissenslücke

Trotz der Popularität deckt die HSLU-Studie eine paradoxe Situation auf: Viele Schweizer investieren zwar in ETFs, fühlen sich aber bei tiefergehenden Fragen unsicher.

Die Überschätzung des eigenen Wissens

Ein signifikanter Teil der Befragten gibt an, die Funktionsweise von ETFs gut zu verstehen. Geht es jedoch um Details wie die Replikationsmethode (physisch vs. synthetisch) oder steuerliche Aspekte (Verrechnungssteuer, US-Quellensteuer), stossen viele an ihre Grenzen.

Typische Fehler der Anleger:

  • Klumpenrisiko: Zu starke Fokussierung auf den Schweizer Markt (Home Bias). Zwar ist der SMI stark, doch macht die Schweiz nur einen winzigen Bruchteil der globalen Marktkapitalisierung aus.
  • Market Timing: Der Versuch, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden, führt oft dazu, dass Anleger an der Seitenlinie bleiben, während die Kurse steigen.
  • Kostenunterschätzung: Auch bei ETFs gibt es Unterschiede. Ein „versteckter“ Spread oder hohe Transaktionsgebühren beim Broker können die Rendite schmälern.

Realität vs. Erwartung

Viele Einsteiger erhoffen sich schnelle Gewinne. Die Studie erinnert uns daran, dass ETF-Investoren einen langen Atem brauchen. Wer in den S&P 500 investiert, sollte einen Zeithorizont von mindestens 10, besser 15 Jahren mitbringen. In der Vergangenheit gab es kaum eine 15-Jahres-Periode, in der ein breit diversifiziertes Aktienportfolio eine negative Rendite abwarf.


Praxis-Teil: So baust du dein ETF-Portfolio auf

Basierend auf den Erkenntnissen der ETF-Anlegerstudie Schweiz 2025 habe ich dir einen Fahrplan erstellt, wie du rational und erfolgreich startest.

Deine Entscheidungs-Checkliste

Bevor du den ersten Franken investierst, gehe diese Punkte durch:

  • [ ] Notgroschen: Hast du 3–6 Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto für Notfälle?
  • [ ] Anlagehorizont: Kannst du auf das Geld für mindestens 10 Jahre verzichten?
  • [ ] Risikotoleranz: Bleibst du ruhig, wenn dein Depot mal 20% im Minus steht?
  • [ ] Broker-Wahl: Nutzt du einen kostengünstigen Schweizer Broker (wie Swissquote; Gutscheincode findest Du in der Sidebar rechts) oder einen seriösen Neo-Broker? Die Gebühren fressen langfristig deinen Zinseszins!

Tipp: Vergiss die Säule 3A nicht und investiere erst dort.

In 3 Schritten zum Weltportfolio

  1. Basis legen: Wähle einen weltweit diversifizierten ETF (z.B. auf den MSCI ACWI oder den FTSE All-World). Damit deckst du mit einem Produkt tausende Unternehmen ab.
  2. Schweizer Akzent: Ergänze (optional) einen kleinen Teil mit einem SPI- oder SMI-ETF, um von der Stärke des Schweizer Frankens und den hiesigen Qualitätsunternehmen (Nestlé, Novartis, Roche) zu profitieren.
  3. Automatisieren: Richte einen Sparplan ein. Kontinuität schlägt Timing – jedes Mal.

Tipps aus der Finanzfuchs-Praxis

Achte auf die Total Expense Ratio (TER), aber schaue auch auf die Tracking-Differenz. Manchmal ist ein ETF mit einer etwas höheren TER besser, weil er den Index genauer abbildet. In der Schweiz solltest du zudem darauf achten, dass du bei US-amerikanischen ETFs (sofern über den Broker zugänglich) die Quellensteuern korrekt zurückforderst (Formular DA-1).


Fazit: Deine finanzielle Zukunft startet heute

Die ETF-Anlegerstudie Schweiz 2025 bestätigt: Wir befinden uns in einer Ära, in der jeder die Chance hat, am Erfolg der Weltwirtschaft teilzuhaben. Die Schweizer sind mutiger geworden, doch Wissen bleibt die wichtigste Währung.

Investieren ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Die Statistiken sprechen eine klare Sprache: Wer breit gestreut, kostengünstig und langfristig investiert, wird belohnt. Lass dich nicht von kurzfristigen Marktschwankungen verunsichern. Die reichsten Haushalte der Welt nutzen diese Mechanismen seit Jahrzehnten – nun ist es an dir, dasselbe zu tun.

Mein Rat als Finanzfuchs: Warte nicht auf den „perfekten“ Moment. Den gibt es nicht. Der beste Zeitpunkt zum Investieren war vor 20 Jahren, der zweitbeste ist heute.

Meine eigenen Investitionen in ETF findest Du im Beitrag „ETF in meinem Portfolio und nächste Investitionen“ – schau vorbei.


Mögliches Musterportfolio

Als dein Finanzfuchs habe ich dir die Rosinen aus der HSLU-Studie 2025 und den aktuellen Marktdaten herausgepickt.

Hier ist die Profi-Auswahl für dein Schweizer Portfolio. Diese ETFs sind nicht nur kostengünstig, sondern auch steuerlich für Schweizer Domizilierte optimiert und weisen eine hohe Liquidität auf.

ACHTUNG: Dabei handelt es sich um keine Anlageberatung, sondern einfach um die Ergebnisse meiner Recherchen und persönlichen Meinung.

Das Finanzfuchs-Musterportfolio 2025

KategorieName des ETFISINAlter (Jahre)TERVolumen (Mrd.)Anzahl Titel
Basis: WeltVanguard FTSE All-WorldIE00B3RBWM25~130.19%CHF 22.4~3’600
Heimat: SchweiziShares Core SPI (CH)CH0237935652~110.10%CHF 5.0~210
Ertrag: DividendeniShares Swiss Dividend (CH)CH0237935637~110.15%CHF 6.120

Warum genau diese Auswahl?

  1. Vanguard FTSE All-World: Er ist der „Goldstandard“ für Schweizer. Er deckt sowohl Industrieländer als auch Schwellenländer ab. Mit einer Preissenkung im Jahr 2025 auf 0.19% ist er fast unschlagbar günstig für diese enorme Diversifikation.
  2. iShares Core SPI (CH): Die HSLU-Studie zeigt, dass Schweizer gerne im Inland investieren. Der SPI ist dem SMI vorzuziehen, da er auch mittelgrosse Schweizer Unternehmen enthält. Mit 0.10% Gebühren ist er extrem effizient. Da er ein Schweizer Domizil hat (CH-ISIN), gibt es keine Probleme mit der Verrechnungssteuer.
  3. iShares Swiss Dividend (CH): Für den Cashflow-Fokus. Dieser ETF enthält die 20 stärksten Dividendenzahler der Schweiz. Er ist perfekt für alle, die das „passive Einkommen“ direkt auf dem Konto spüren wollen. Dies ist übrigens meine grösste Position in meinem Dividenden-Depot.

Wichtiger Hinweis für die Umsetzung:

Achte beim Kauf auf den Handelsplatz. Für uns Schweizer ist die SIX Swiss Exchange meist die beste Wahl, um Fremdwährungsgebühren bei der Bank zu vermeiden. Persönlich handle ich gerne auf dem Handelsplatz Xetra, falls die Titel nicht bei SIX verfügbar sind.


Wichtige Schweizer Besonderheit: Die Säule 3a

Bevor du die vollen Betrag in ein freies Depot steckst, erinnert dich dein Finanzfuchs an den grössten legalen Steuertrick der Schweiz: Die Säule 3a.

Die HSLU-Studie 2025 hebt hervor, dass ETF-Vorsorgelösungen massiv an Bedeutung gewinnen.

  1. Zuerst die 3a füllen: Zahle den jährlichen Maximalbetrag (ca. CHF 7’258, Stand 2025/26) in eine ETF-basierte 3a-Lösung ein. Das sind etwa CHF 604 pro Monat.
  2. Der Rest ins freie Depot: Die verbleibenden Betrag deiner Sparquote investierst du nach der obigen Tabelle in dein privates Depot.

Warum? Die Einzahlungen in die Säule 3a kannst du voll von deinem steuerbaren Einkommen abziehen. Je nach Kanton und Einkommen schenkt dir der Staat so zwischen 15% und 35% deiner Einzahlung in Form von Steuerersparnissen!

Ich selbst investiere in die Säule 3A von frankly.ch (Zürcher Kantonalbank).

FOXinvest

Investor und Unternehmer aus der Schweiz: BWL / NDS Innovationsmanagement, BWL / NDS Unternehmensführung, Unternehmensberater, Vater von zwei erwachsenen Kindern, ...

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